Wie lernen Kinder, sich alleine zu beschäftigen?

Lesen Brainfitness
Lesedauer 2 min. Lesedauer

Spiel mit mir? Auch für jüngere Kinder ist wichtig, das Alleinspiel zu erlernen. Es dazu anzuleiten, ist allerdings meist Aufgabe der Erwachsenen.  Dabei kommt es auf die richtigen Anreize und das nötige Maß an Zurückhaltung an.

Vielleicht erinnern Sie sich noch daran: Ihr Baby lag auf dem Boden oder in der Wiege und beobachtete fasziniert das Mobile über sich. Oder es war vollauf damit beschäftigt, mit den Händchen in der Luft herumzufuchteln. Später konnte es mit großer Ausdauer Kastanien in einen Topf legen und wieder herausholen.

Sicher, solche Momente währten bestenfalls Minuten. Und doch werden in diesen frühen Formen des Alleinspiels die Grundlagen dafür gelegt, dass Kinder sich auch alleine beschäftigen. Und das wiederum ist entscheidend dafür, dass das Kind sich als selbstwirksam erlebt – als ausreichend kompetent, um die Umwelt zu erkunden, Langeweile zu begegnen und kreativ zu werden. All das ist wichtig für ein gelingendes Lernen und Leben.

Viele Eltern denken, es sei Teil ihrer Jobbeschreibung, das Kind nahezu rund um die Uhr im Blick zu haben und zu bespaßen. Doch Aufgabe der Eltern ist eher, das Kind dazu anzuleiten, sich immer wieder selbst zu beschäftigen – sie sind weniger als Entertainer gebucht und eher als Begleiter. Bei Kleinkindern dauert das Alleinspiel meist nicht lange, sie können sich im Idealfall eine halbe Stunde lang auf etwas konzentrieren. Doch schon Dreijährige wollen sich ganz gerne auch mal zurückziehen, ihre Ruhe haben und alleine spielen. Und das ist gut so!

5 Tipps, wie Sie als Elternteil diese Entwicklung fördern können

  1. Nur ganz kurz!
    Kinder im Kita-Alter malen und basteln gerne. Stellen Sie die nötigen Utensilien bereit und kündigen Sie an, dass Sie nur 5 Minuten Zeit haben. Fangen Sie beispielsweise gemeinsam ein Bild an und bitten Sie dann das Kind, es fertig zu malen. Oder zeichnen Sie bewusst ein kaum erkennbares Auto. Wenn dann das Kind protestiert („So sieht doch kein Auto aus!“), sagen Sie: „Dann male ein besseres!“
  2. Weniger ist mehr!
    Anstatt alle Spielsachen sichtbar in den Regalen zu lagern, ist es besser, ganz gezielt nur eines herauszuholen. Liegt zu viel herum, werden gerade jüngere Kinder zu leicht abgelenkt und schaffen es nicht, sich wirklich zu konzentrieren. Puzzles, Legespiele oder Bauklötze sind gute Alleinspiele.
  3. Bleib bei mir!
    Für Kinder, die ungern alleine in ihrem Zimmer sind, können Sie in Ihrer Nähe ein Versteck einrichten – etwa hinter einem Paravent in Ihrem Arbeitszimmer, in einem Spielhaus in der Küche oder auch in einer Höhle unter dem Esstisch. So ist es für sich – und doch nicht allein.
  4. Mach mit!
    Kita-Kinder beschäftigen sich gerne parallel zu ihren Eltern – etwa mit einer Kinderküche in der echten Küche, im eigenen Beet oder Sandkasten im Garten. Stellen Sie gezielt Aufgaben, die etwas mit Ihrer eigenen Tätigkeit zu tun haben, aber alleine erledigt werden können, also Reißverschlüsse sortieren, während Sie nähen, Salzteig bearbeiten, während Sie kochen, oder malen, während Sie arbeiten.
  5. Bitte nicht stören!
    Wenn das Kind ganz versunken ist in seine Tätigkeit, sollten Sie diese wertvolle Konzentration auf keinen Fall stören – auch nicht durch nett gemeinte Kommentare wie „Das machst Du aber schön!“. Gut möglich, dass dann die Mahlzeit nur noch lauwarm ist, wenn Sie mit dem gemeinsamen Essen warten, bis das Kind fertig gespielt hat. Langfristig gesehen macht sich das Warten aber bezahlt.
Jetzt bewerben!