Stressbewältigungsstrategien: Kümmern Sie sich um sich!

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Der Alltag kann oft sehr anstrengend sein. Mit einer guten Portion Selbstfürsorge und den richtigen Strategien können Sie dem Stress entgegenwirken.  

Kann zu viel Stress krank machen? 

An sich ist Stress eine völlig normale Reaktion unseres Körpers auf herausfordernde Situationen. Wenn Sie gestresst sind, produziert der Körper Stresshormone wie Adrenalin, Dopamin und Cortisol. Diese setzen Energiereserven frei und lassen Sie dann doch noch schnell dies und das zusätzlich erledigen. Sie verlangsamen aber auch unser Immunsystem.  

Auf Dauer ist diese Alarmbereitschaft für den Körper allerdings ungesund. Die ersten Anzeichen einer dauerhaft zu hohen Stressbelastung können z. B. Schlafstörungen, Gereiztheit, Kopf- oder Rückenschmerzen, schneller Herzschlag, geringere Konzentrations- und Leistungsfähigkeit sein. 

Die Fehlzeiten am Arbeitsplatz aufgrund psychischer Erkrankungen sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Burn-Out und Depressionen sind ein großes Thema und auch Bluthochdruck, Gefäßerkrankungen und muskuläre Verspannungen sind nicht selten. Die Ursachen dieser Erkrankungen können Überarbeitung und Stress sein. 

Welche Stressbewältigungsstrategien gibt es? 

Deshalb ist es umso wichtiger, Stress vorzubeugen bzw. einen guten Umgang mit ihm zu finden. Grundsätzlich gibt es dafür problembezogene und emotionsbezogene Coping-Strategien (= Bewältigungsstrategien): 

  • Problembezogenes Coping 
    Sie unternehmen konkrete Maßnahmen gegen das Problem, also die Stressquelle, sodass Sie die Situation nicht mehr als „bedrohlich“ wahrnehmen: z. B. die Änderungen bei Ihrer Arbeitsweise, im Umgang mit anderen Menschen oder eigener Gewohnheiten.
  • Emotionsbezogenes Coping
    Hier setzen Sie an Ihrer eigenen Einstellung zum Problem oder der Stressquelle an: z. B. durch Ablenkung nicht mehr daran zu denken, durch Änderung der Problembewertung eine emotionale Entlastung zu spüren oder durch Entspannungsübungen oder Bewegung die negativen Gefühle abzubauen. 

Coping-Strategien können funktional oder dysfunktional sein. So wird es z. B. nicht erfolgreich sein, eine Stresssituation durch den Konsum einer großen Menge Süßigkeiten oder durch Suchtmittel wie Zigaretten oder Alkohol zu bewältigen.  

Die erfolgreiche Bewältigung und Bekämpfung des Problems geschieht mit Hilfe von funktionalen Bewältigungsstrategien. Nicht jede funktionale Strategie wirkt bei jedem Menschen oder in jeder Lebensphase und -situation gleich. Probieren Sie also aus, welche Strategie am besten zu Ihnen und Ihrer aktuellen Situation passt und Ihnen hilft.  

Hier kommt ein Überblick über verschiedene Stressbewältigungsstrategien: 

  • Entspannung 
    Mit Hilfe von Entspannungsverfahren können Sie Stress abbauen und den Kopf frei bekommen. Dazu gehören z. B. Yoga, Tai-Chi, Meditationen, PMR (progressive Muskelrelaxation), Fantasiereisen, … Fragen Sie mal bei Ihrer Krankenkasse an: Teilweise werden die Kursgebühren für zertifizierte Angebote von ihnen bezuschusst.
  • Bewegung
    Vor allem Ausdauersportarten (z. B. Joggen, Fahrrad fahren, …) erhöhen den Ermüdungswiderstand und sind deshalb besonders zu empfehlen. Sie trainieren damit Ihr Herz-Kreislauf-System und können so besser auf Stressoren reagieren. Aber auch andere Sportarten haben natürlich einen guten Einfluss auf Ihren Umgang mit Stress.
  • Zeit mit Freundeskreis oder Familie
    Sozialer Kontakt mit lieben Menschen ist bestens dafür geeignet, Sie vor Stress zu schützen. Deren kleine unterstützende Gesten oder auch ein gutes Gespräch können manchmal Wunder wirken.
  • Zeitmanagement
    Zeit ist kostbar. Nutzen Sie diese deshalb bestmöglich. Filtern Sie heraus, was Ihnen wichtig ist. Priorisieren Sie diese Dinge und planen Sie Ihre Woche – idealerweise mit festen Zeiträumen, die sie gezielt nur für sich und Ihre Stressbewältigungsstrategien haben.
  • Kompetenzerweiterung
    Je sicherer Sie in einer Sache sind, umso weniger Stress löst sie in Ihnen aus. Fordert Sie eine Situation heraus? Dann nehmen Sie Fortbildungen, Bücher oder Workshops zu dem Thema in Anspruch, um die Angst vor der Situation zu verringern. Vielleicht gibt es auch eine Person in Ihrem Umfeld, die sich mit dem Thema bestens auskennt und die Ihnen einen kleinen Crash-Kurs geben kann? 

Selbstfürsorge: Was gibt Ihnen Kraft? 

Finden Sie für sich heraus: Welche Strategie hilft Ihnen am besten gegen Stress und das Gefühl von Hilflosigkeit? Ist es eine ganz bestimmte der oben genannten funktionalen Strategien? Oder bewältigen Sie Stress am besten mit einem Blumenstrauß verschiedener Methoden?  

Probieren Sie aus, wodurch Sie am besten Kraft tanken können. Und dann nehmen Sie sich bewusst die Zeit, um diese Strategien in Ihren Alltag einzubauen. Sei es mit einer kurzen Meditation nach dem Aufwachen oder vor dem Schlafen gehen, mit einem Telefonat mit der besten Freundin beim Gang nach Hause oder mit 30 Minuten Joggen in der Mittagspause. 

Hilfe vom Profi annehmen? 

Haben Sie das Gefühl, dass die oben genannten Strategien bei Ihnen nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sind und dass der Stress Sie krank macht? Dann scheuen Sie sich bitte nicht davor, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.  

Psycholog*innen und Berater*innen sind speziell für diese Unterstützung ausgebildet. Sie können in ernsten Situationen anders helfen als die eigene Familie und der Freundeskreis. Online finden Sie auch Angebote, die Sie anonym in Anspruch nehmen können. Es ist allerdings keine Schande, sich überfordert und hilflos zu fühlen. Sie sind mit dem Gefühl nicht allein – und Sie müssen sich auch nicht allein durch die Situation hindurchkämpfen. 

 

Fotoquelle: pexels/Pavel Danilyuk

Wir freuen uns auch über eine ausführliche Rückmeldung per E-Mail an: kita@fit-4-future.de

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