Saisonal und regional essen: die beste Wahl!

Machen Ernährung
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„Erdbeeren gibt’s im Sommer und Kohl isst man im Winter!“ Das ist es, was viele Großmütter zu ihren Enkelkindern sagen und Sie haben es bestimmt auch schon oft gehört. Was hat es damit auf sich und warum gibt es dennoch seit ein paar Jahren Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren im Supermarkt auch im Winter zu kaufen? Am Beispiel von Erdbeeren möchten wir Ihnen zeigen, warum es wichtig ist, nicht nach Lust und Laune, sondern nach Saison einzukaufen.  

Sommerfrüchte im Winter um jeden Preis?

Viele freuen sich im Sommer vor allem auf eins: Erdbeeren. Wie praktisch, dass es die leckeren Früchte schon immer früher zu kaufen gibt – oder? Nicht nur Erdbeeren, sondern auch anderes Sommer-Obst und Sommer-Gemüse gibt es mittlerweile das ganze Jahr über zu kaufen. Einfach, weil viele Verbraucher*innen auf diesen Genuss nicht verzichten möchten. Aber wie umweltverträglich ist das?

Erdbeer-Plantagen in Spanien: Schädlich für das Ökosystem

Laut der Verbraucherzentralen gibt es viele Gründe dafür, lieber auf heimische Obstsorten wie Erdbeeren und Heidelbeeren zu warten, bis sie auch hier bei uns reif sind. Am Beispiel von Erdbeeren wird deutlich, welche Auswirkungen der Kauf außerhalb der Sommersaison hat.

Erdbeeren, die Sie von Oktober bis März im Supermarkt kaufen können, stammen meist aus Spanien, einem der größten Anbauländer der Welt. Die Gegend, in der die Erdbeeren gezüchtet werden, gehört zu den wichtigsten Feuchtgebieten des Landes, in dem viele bedrohte Tierarten leben und in dem Zugvögel überwintern.

Der enorme Wasserverbrauch, der für das Wachstum der Erdbeeren nötig ist, wirkt sich verheerend auf den Grundwasserspiegel aus. Die gesamte Region trocknet aus und bietet Zugvögeln und anderen Tieren keinen Unterschlupf mehr. Laut WWF sind viele der in Spanien gebohrten Brunnen zudem illegal.

Der Straßenbau zwischen den Feldern, der für die Arbeit dort und für den Transport des Obstes notwendig ist, trennt viele Wildtiere von ihren Jungen – die Kleinen können nicht überleben.

Saisonales und regionales Obst und Gemüse: gut fürs Klima

Zusätzlich ist der weite Transport von Spanien bis zu uns aufgrund des immensen Kohlenstoffdioxidausstoßes schlecht für das Klima. Die beste CO2-Bilanz von Erdbeeren und anderen Obst- und Gemüse-Sorten haben demzufolge nur regional angebaute und saisonal gekaufte Produkte. Übrigens: Heimische Erdbeeren aus dem Gewächshaus schneiden klimatechnisch auch nicht gut ab, da das Beheizen der Gewächshäuser enorm viel Energie benötigt. Diese Energie kommt nur zum kleinen Teil aus erneuerbaren Quellen.

Biologisch erzeugtes Obst ist also nicht nur die klimafreundlichste Variante, sondern auch die gesündeste: Hier werden keine gesundheitsschädlichen Pestizide und Fungizide verwendet, denn im Bioanbau sind chemisch-synthetische Methoden verboten. Bio-Erdbeeren sind somit die bessere Wahl, denn 2019 wurden (laut Analysen des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit) bei 88 % der untersuchten deutschen und spanischen Erdbeer-Proben Pestizidrückstände gefunden.

Es lohnt sich also für Sie und für uns alle - nicht nur aus umwelttechnischen Gründen – heimisches, saisonales Obst und Gemüse zu bevorzugen. Neben den Aspekten der Nachhaltigkeit schmeckt es auch viel intensiver und weist eine höhere Nährstoffdichte auf. Das wurde vielfach durch Studien belegt. Im Bioladen und auf dem Wochenmarkt finden Sie ein reichhaltiges Angebot heimischer Früchte und Gemüse.

Den Saisonkalender spielerisch erleben

Unser Saisonkalender gibt Ihnen und den Kindern in Ihrer Kita oder Ihrem Kind zu Hause einen Überblick über einige der bekanntesten Früchte- und Gemüsesorten in Deutschland.

Zusätzlich finden Sie eine Bastelvorlagen für Jahreszeitenuhren für Gemüse und Obst, die Sie gemeinsam gestalten können:

Und so funktioniert's:

  1. Die Uhren und die Zeiger werden ausgeschnitten und ggf. auf dickeres Papier geklebt
  2. Befestigen Sie den Zeiger in der Mitte der Uhr mit einer Musterklammer
  3. Die Kinder schneiden das Obst und Gemüse aus und kleben es mit Ihrer Hilfe in der entsprechenden Jahreszeit auf den Uhren ein
  4. Stellen Sie den Zeiger auf die aktuelle Jahreszeit
  5. Probieren Sie gemeinsam nach und nach die unterschiedlichen Sorten und kreisen das, was Sie bereits probiert haben, rot (=schmeckt nicht) oder grün (=schmeckt gut) ein

Viel Freude beim Kennenlernen des Saisonkalenders!

Wir freuen uns auch über eine ausführliche Rückmeldung per E-Mail an: kita@fit-4-future.de

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