Praxistipps & Inspiration: fit4future an Ihrer Kita umsetzen

Lesen Bewegung Verhältnisprävention Ernährung Brainfitness
Lesedauer 4 min. Lesedauer

Bei fit4future Kita angemeldet und nun? Eine Erzieherin und zwei Mütter aus dem Elternbeirat berichten, wie das Projekt an ihrer Kita so umgesetzt wird, dass alle an einem Strang ziehen.

Warum sind Gesundheitsthemen an der Kita wichtig? Wie können die ersten Schritte mit fit4future Kita aussehen? Und wie holen Sie als Kita das eigene Team und die Eltern mit ins Boot, sodass alle – die Kinder, die Kita-Mitarbeiter*innen und sogar die Eltern – bestmöglich von dem Projekt profitieren können?

Wir haben eine engagierte Erzieherin und zwei Mütter, die im Elternbeirat der Kita tätig sind, nach Einblicken gefragt. Frau Winter ist in der Kita, in der insgesamt 40 Kinder von 12 Mitarbeiter*innen betreut werden, zuständig für die Bewegungsstunden mit den Hengstenberg-Materialien und Mitglied im fit4future-Board. Die beiden Mütter aus dem Elternbeirat haben jeweils ein Kind (4 bzw. 5 Jahre alt), das die Kita besucht.

Frau Winter, warum haben Sie sich mit Ihrer Kita für die Teilnahme an fit4future Kita entschieden? 

Frau Winter: Bewegung ist der Motor für die kindliche Entwicklung und eine ausgewogene Ernährung gehört zu einer gesunden Entwicklung dazu. Daher sind uns Themen rund um die Gesundheitsprävention sehr wichtig. Wir möchten dazu beitragen, ein Gesundheitsbewusstsein zu schulen, das in die Familien hineingetragen werden kann und sich auch dort etabliert.

Wie haben Sie das Projekt innerhalb des Kita-Teams bekannt gemacht?

Frau Winter: Wir haben das Projekt in einer Team-Sitzung vorgestellt und es wurde vom kompletten Team gut angenommen. Zur Einführung haben wir das Info-Material ausgeteilt und auch auf die fit4future-Website mit den Texten im „Entdecken-Bereich“ und auf die Videos und Unterlagen im Mitgliederbereich aufmerksam gemacht. Das Projekt ist seit Beginn immer wieder Teil-Thema unserer Team-Sitzung. 

Sie haben bereits am fit4future-Workshop teilgenommen. Was waren danach Ihre ersten Schritte?

Frau Winter:  Zunächst wurden die Hengstenberg-Materialien für Spiel und Bewegung in unserer Kita eingeführt. Dazu gibt es ein regelmäßiges, festes Angebot für Hengstenberg-Bewegungsstunden in Kleingruppen (Minis bis 4 Jahre, Midis ab 4 Jahre).

Dann haben wir die fit4future-Box im Team vorgestellt und als zentralen Standort dafür das für alle leicht zugängliche Foyer der Kita gewählt. Die Materialien setzen wir bisher vorwiegend in der Ruhephase ein.

Außerdem haben wir die Eltern informiert und den Elternbeirat mit ins Boot geholt – auch für die Gründung des Kita-Boards.

Wie sind Sie bei der Gründung des Kita-Boards vorgegangen?

Frau Winter: Neben der Leitung haben sich im Team Kolleginnen gemeldet, die sich für die Themen Bewegung und Gesundheit interessieren und engagieren möchten. Über die Arbeit mit dem Elternbeirat fand sich dann auch schnell eine interessierte Mutter, die sich nun am Kita-Board beteiligt.

Eine Frage an die Eltern: Wie sind Sie über die Teilnahme der Kita am Projekt informiert worden und ist es Ihnen wichtig, dass die Kita Ihres Kindes auf gesundheitspräventive Themen achtet?

Mutter 1: Wir wurden – trotz Corona – sehr gut zu dem Thema abgeholt. Die Kita-Mitarbeiter*innen haben uns über Elternbriefe, in persönlichen Gesprächen und auch über Aushänge am Kindergarten sowie ausgelegtes Info-Material über fit4future Kita und die Inhalte informiert. Ich finde es sehr gut, dass die Kita auf gesundheitspräventive Themen achtet. Für die Entwicklung meines Kindes und das spätere Verständnis für diese Themen ist mir das sehr wichtig. Ich möchte, dass mein Kind Spaß an gesunder Ernährung und Bewegung hat.

Mutter 2: Ja, das finde ich auch sehr gut. Bewegung, also auch die Feinmotorik, und Ernährung sind sehr wichtige Themen und es ist gut, dass sie so eine große Rolle spielen. Leider ist es durch Corona aktuell schwierig, sich dabei als Eltern stärker mit einzubringen. Deswegen muss die Kita leider (!) noch viel ohne die Unterstützung der Eltern umsetzen.

Frau Winter, worauf haben Sie als Kita bei der Kommunikation an die Eltern besonders geachtet? 

Frau Winter: Wir haben einen ausführlichen Elternbrief entworfen und diesen an die Eltern ausgegeben. Für Eltern mit geringen Deutsch-Kenntnissen haben wir eine einfache Fassung in „leichter Sprache“ angehängt. Bilder trugen zur besseren Verständigung bei und am Ende wurden alle wesentlichen Punkte sichtbar in einem markierten Kasten/Feld noch einmal kurz aufs Wesentliche zusammengefasst.

Bisher haben wir so drei „fit4future Eltern-Info-News“ (Elternbriefe) herausgegeben, Broschüren und Informationsmaterial verteilt, mündlich Ideen gesammelt und auch Tür- und Angelgespräche dienten der Bekanntmachung und Information. 

Außerdem haben wir Fotodokumentationen der Kinder („Magic-Moments“) ausgehängt. Während Corona hängen diese gut sichtbar an den Fenstern, damit die Eltern das Tun ihrer Kinder mitverfolgen können.

Haben sich durch das Projekt gute Gespräche zu den Gesundheitsthemen entwickelt?

Frau Winter: Die Eltern haben gute Ideen eingebracht z. B. die Gestaltung eines Rezeptbuches. Hier kann jede Familie mit ihrem gesunden Lieblingsrezept eine eigene Seite gestalten und sich dabei selbst noch einmal genauer vorstellen.

Weiter wurde ein „gesundes Frühstück“ im Monat vorgeschlagen. Wichtig ist mir persönlich, mit diesem Projekt auch die Eltern zu erreichen, die sich bisher z. B. auf Grund ihrer Herkunft und mangelnder Deutschkenntnisse eher im Hintergrund aufhalten. Das Rezeptbuch wäre eine Möglichkeit für alle Eltern, gesehen, wahrgenommen und wertgeschätzt zu werden. Dies dient unserer seelischen Gesundheit, der Integration und Inklusion.

Die fit4future-Wochenpläne sind eine gute Sache. Diese Information haben wir allen Eltern zugänglich gemacht. Wir möchten die Familien aber auch nicht mit einem „zu viel“ an Angeboten in dieser Zeit überladen.

Sobald sich die Situation wieder beruhigt, werden wir ein erstes aktives Treffen des Kita-Boards organisieren.

Mutter 1: Der Elternbeirat befindet sich derzeit in Gesprächen mit dem Kindergarten über weitere Aktionen. Mir ist es sehr wichtig, hier als Elternteil mit der Kita zusammenzuarbeiten.

Für Eltern ist die Gesundheit ihrer Kinder enorm wichtig, die Gesundheit der Kita-Mitarbeiter*innen wird aber eher selten thematisiert. Wie finden Sie es als Eltern, dass im Zuge des Programms auch verhältnispräventive Themen angegangen werden?

Mutter 1: Das hat bestimmt einen positiven Einfluss auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter und damit auf die Stimmung im Team und im Kindergarten. Gleichzeitig wird sich dies, meiner Meinung nach, positiv auf die Kids auswirken.

Mutter 2: Super! Auf jeden Fall. Fitte und ausgeglichene Erzieher*innen können sich nur positiv auf das Wohlbefinden der Kinder auswirken. Außerdem übernehmen sie so zusätzlich eine Vorbildfunktion für die Kinder, die das Erlernte und Erlebte wiederum in die Familien tragen können.

Liebe Frau Winter, liebe Mütter aus dem Elternbeirat: Vielen Dank für das offene und informative Gespräch!

 

Fotoquelle: iStock.com/PIKSEL

Wir freuen uns auch über eine ausführliche Rückmeldung per E-Mail an: kita@fit-4-future.de