Morgen-Routinen für einen entspannteren Alltag

Lesen Brainfitness
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Routinen sind wichtig für Kinder. Sie geben Stabilität. Sie verringern das Streitpotenzial und die Aufgabenverteilung ist klar. Aber: Jedes Kind ist unterschiedlich. Und jede Familie ist unterschiedlich. Deshalb sieht auch jede Morgen-Routine anders aus. Bei manchen Kindern klappt das Anziehen schneller mit Anzieh-Spielen, andere Kinder verlieren sich im Spielen und zögern den Prozess deshalb extra lang hinaus.

Schritt 1: Aktuelle Routine unter die Lupe nehmen

Diese Fragen helfen Ihnen, die momentane Morgen-Routine unter die Lupe zu nehmen und herauszufinden, welche Abläufe Sie für sich und Ihre Familie stressfreier gestalten können:

Wie läuft Ihre aktuelle Morgen-Routine ab? An welchen Punkten gibt es die meisten Konflikte und wo läuft es bereits gut? Wo benötigt Ihr Kind Hilfe, was macht es lieber alleine? Ist ein spielerischer Ansatz hilfreich oder macht er den Morgen eher komplizierter? Genießen die Kinder ein ausgedehntes Frühstück oder essen sie lieber rascher, um danach noch kurz mit Ihnen auf dem Sofa ein Guten-Morgen-Buch anzusehen oder ein Lied anzuhören?

Schritt 2: Neue Ansätze testen

Testen Sie, was bei Ihrem Kind am besten funktioniert. Auch wenn Ihre Tochter jeden Morgen quietschvergnügt und topfit aus dem Bett springt, kann Ihr Sohn mehr Zeit und mehrere Weckrunden zum Aufwachen benötigen. Probieren Sie aus, wie Sie diese individuellen Bedürfnisse kombinieren und auf sie eingehen können, damit der gemeinsame Morgen möglichst entspannt abläuft.

Beispiel: Während Kind Nummer 1 zum Anziehen länger braucht und dabei Ihre Hilfe benötigt, ist Nummer 2 vielleicht sehr schnell fertig mit dem Anziehen, trödelt aber gerne beim Zähneputzen und Kämmen herum. Versuchen Sie, diese beiden Bedürfnisse zu kombinieren und zur selben Zeit „abzuhaken“, damit sich danach alle gemeinsam an den Frühstückstisch setzen und essen können.

Versuchen Sie auch, ob es hilft, bestimmte Sachen am Vorabend in Ruhe alleine oder gemeinsam mit der Familie oder dem Kind vorzubereiten. Vielleicht ist der Morgen z. B. stressfreier und entspannter, wenn Sie mit Ihrem Kind die Kleidung für den kommenden Tag herrichten oder wenn Sie die Pausenboxen mit den knackigen Gemüse-Sticks vorbereiten und über Nacht im Kühlschrank lagern.

Beobachten Sie auch Ihr eigenes Verhalten: Reagieren Sie genervt, wenn Ihr Kind nicht die Jacke anziehen will, obwohl Sie es bereits zum zehnten Mal dazu auffordern? Testen Sie, ob es eher mit der Aufgabe fertig wird, wenn Sie einmal ruhig sagen, dass es die Jacke anziehen soll und Sie dann aus dem Zimmer gehen. Häufig überträgt sich der eigene Zeitdruck und Stress auf das Kind, so dass es noch unkooperativer wird.

Schritt 3: Neue Morgen-Routine einführen

Sie haben herausgefunden, was gut klappt und für einen entspannteren Morgen sorgt? Dann lassen Sie die Dinge, die gut funktionieren, zur neuen Morgen-Routine für sich und Ihre Familie werden – ganz nach Ihren individuellen Bedürfnissen. Wie die Menschen für die sie gemacht ist, ändert sich natürlich auch die Morgen-Routine im Wandel der Zeit.

Morgen-Routine als kreativer Plan

Spornen Sie Ihre Kinder spielerisch an, die Morgen-Routine mitzumachen. Viele Kinder haben echten Spaß daran, die Aufgaben nacheinander abzuhaken – auf kindgerechte Art und Weise. Hier kommt der kreative Morgen-Plan ins Spiel. Auf dem können z. B. folgende Punkte stehen:

  • Zähne putzen
  • Haare kämmen
  • Frühstücken
  • Anziehen
  • Pausenbox einpacken

Idee 1:

Knicken Sie das Din A4-Blatt vertikal in der Hälfte. Drucken oder zeichnen Sie auf die linke Seite untereinander für jede morgendliche Aufgabe ein Symbol. Die einzelnen Symbole trennen Sie dann durch horizontale Schnitte mit der Schere (Schnitt von links nach rechts bis in die Blattmitte). Ist eine Aufgabe erledigt, kann das jeweilige Aufgabensymbol von links nach rechts „zugeklappt“ und auf der rechten Seite von Ihrem Kind z. B. mit einer kleinen Holzklammer oder einem Sticker festgehalten und damit als „Erledigt“ markiert werden.

Idee 2:

Lassen Sie Ihr Kind eine Übersicht mit allen morgendlichen Aufgaben auf ein Din A4 Papier zeichnen. Das hängen Sie mit Magneten an den Türrahmen, den Kühlschrank oder an einen anderen Platz, an den Ihr Kind gut hinkommt. Mit kleinen grünen Magneten wird jede Aufgabe vom Kind als „Erledigt“ markiert.

Bei mehreren Kindern bekommt jedes Kind seinen eigenen Plan.

Idee 3:

Oder Sie helfen sich mit Symbol-Karten, die Ihrem Kind zeigen, welche Aufgabe gerade an der Reihe ist. Sie geben Ihrem Kind jeweils eine Karte, bis es die Aufgabe erledigt hat und sich bei Ihnen die nächste Karte abholt. Der Vorteil: Ihr Kind weiß zu jeder Zeit genau, was es gerade tun soll – auch wenn es zwischendrin fünf Minuten geträumt hat.

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