Mit Wut umgehen: Bastelideen für Kinderwut

Machen Brainfitness
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Wann waren Sie das letzte Mal so richtig wütend? Erwachsene können Gefühle besser kontrollieren und zwischen Emotionen wie "Äger" oder "Enttäuschung" unterscheiden. Wenn Kinder wütend sind, können sie diese Unterschiede noch nicht ganau zuordnen. Und im Gegensatz zu vielen Erwachsenen drücken sie ihre Wut aus.

Was wichtig ist: Ihr Kind darf wütend sein. Wut ist kein "schlechtes" Gefühl. Es ist für Ihr Kind nur wertvoll zu wissen, woher diese Wut kommt und was es tun kann, wenn es wütend ist. Je früher es das einordnen kann und Strategien für den Umgang erlernt, desto besser. Denn dies kann Vieles einfacher machen.

Unterstützen Sie Ihr Kind.

Wir haben uns für Sie Bastelprojekte überlegt, die dabei helfen können, dass Ihr Kind und Sie sich beim nächsten Wutmoment direkt etwas besser fühlen.

1. Gezielt Wut rauslassen - mit dem Wut-Rad

Für Ihr Kind ist es nicht einfach, mit der eigenen Wut umzugehen. Es tut ihm gut, wenn es den Ärger im Körper spüren und abreagieren darf. Gezielte Aktionen helfen, dass sich die Wut entlädt und sich Ihr Kind beruhigt. Mit dem Wut-Rad lassen sich Wutanfälle schwächen und der schlimmste Ärger ist vorbei. Danach können Sie mit Ihrem Kind leichter darüber sprechen und später ruhig zur Tagesordnung zurückkehren.

Verwenden Sie für das Wut-Rad einen festeren Karton und zeichnen Sie es mit einem schwarzen Filzstift entsprechend vor. Ihr Kind kann das Rad dann farblich so gestalten, wie es möchte. Befestigen Sie anschließend mittig im Kreis einen Pfeil mit einer Reißzwecke, wenn das Wut-Rad an eine Pinnwand geheftet wird, oder mit einer Musterbeutelklammer (runde Verschlussklammer – erhältlich z. B. in Post-Filialen oder Schreibwarenläden). Den Pfeil können Sie ebenfalls aus Karton ausschneiden.

Zu den einzelnen Aktions-Symbolen: Niutzen Sie gerne unsere Methode, um die schlimmsten Aggressionen loszuwerden. Vielleicht haben Sie aber auch eigene Einfälle, angepasst auf Ihr Kind. Hier ein paar Ideen:

  • Zeichne Deine Wut
  • Bewege Dich, mach den Hampelmann
  • Schrei in Dein Kissen
  • Stell Dich hin, beuge den Rücken nach vorne und schau durch Deine Beine
  • Stampfe fest mit den Füßen auf
  • Zähle langsam bis 10 und das auch Rückwerts oder buchstabiere langsam Deinen Namen
  • Schau Dir eine Bildergeschichte an oder lies ein Buch
  • Atme tief ein und aus

>> Laden Sie hier unsere Bastelvorlage für das Wut-Rad als PDF herunter.

Wut-Rad als Hilfe, um den ersten Stress loszuwerden. Kreis mit Pfeil in der Mitte. Außen angeordnet: Verschiedene Strategien, um die erste Wut rauszulassen.

2. Wut ausdrücken - mit dem Zorn-Monster

Helfen Sie Ihrem Kind, sich bewusst zu werden, wie wütend es überhaupt ist. Dadurch verstehen Sie besser, an welchem Punkt sich Ihr Kind gerade in seiner Wut befindet und können entsprechend darauf reagieren. Lassen Sie es ein eigenes Zorn-Moster malen. Ist es groß oder klein? Hat es einen langen Hals, kräftige Arme oder einen sehr großen Kopf? Wichtig sind auch die Farben, mit denen das Monster am Ende ausgemalt wird. Haben die unterschiedlichen Farben unterschiedliche Bedeutungen? Vielleicht auch die unterschiedlichen Farben an bestimmten Stellen? Fragen Sie Ihr Kind danach und kommen Sie dabei über die aktuelle Wut ins Gespräch.

Zorn-Monster: Umriss selbst gezeichnet und in kräftigen Farben ausgemalt

3. Wut einordnen und ausdrücken - mit dem Emotions-Vulkan

Warum ist Ihr Kind so wütend wie es wütend ist? Und wie wütend ist Ihr Kind eigentlich? Es gibt schließlich nicht nur eine Form von Wut. Mit dem Emotions-Vulkan kann Ihr Kind spielerisch einordnen und Ihnen zeigen, wie wütend es wirklich ist.

Benötigtes Material:

  • Weißes Pappmasche Bastelkarton oder stärkeres Papier (z. B. 160 Gramm Papier)
  • Schwarzer Filzstift (z. B. ein Edding + ein dünnerer Filzstift für die feineren Linien)
  • Bunte Holzstifte
  • Wasserfarben (für den Vulkan - wirkt nicht so kräftig wie Filzstifte)
  • Schere (für die Emotions-Schablone)
  • Teppichmesser
  • Lineal

So geht´s:

  1. Drucken Sie entweder unseren Emotions-Vulkan über die Vorlage aus oder zeichnen Sie selber einen auf etwas dickeres Papier. Mit einem wasserfesten Filzstift, wie z. B. einem Edding, lassen sich gut die dickeren, schwarzen Außenlinien zeichnen.
  2. Schneiden Sie dann mit dem Teppichmesser in der Vulkanwolke ein Rechteck aus (ca. 4 cm lang und 2,5 cm breit - je nach Größe der Emotions-Schablone mit den Gesichtern).
  3. Anschließend kann Ihr Kind den Vulkan nach seinen Vorstellungen mit den Wasserfarben oder bunten Filzstiften ausmalen.
  4. Für die unteschiedlichen Stadien der Wut bieten wir Ihnen eine Emotions-Schablone zum ausdrucken an. Gerne können Sie aber auch selbst eine Schablone gestalten. Jede Emotion sollte gut in dem ausgeschnittenen Fenster in der Aschewolke zu sehen sein. Achten Sie deshalb auf eine entsprechende Schablonen-Größe.
  5. Damit Ihr Kind die Emotionen verschieben kann, kleben Sie ein zweites, leeres Blatt Papier oder Karton hinter den Vulkan. Achten Sie darauf, dass der obere und untere Teil, wie auch mittig, nicht zugeklebt ist. So kann die Schablone rauf und runter bewegt werden. Nun schneiden Sie mit Hilfe des Teppichmessers durch das ausgeschnittene Fenster in der Aschewolke oben und unten zwei Spalten in das hintere Blatt Papier.

So können Sie die Emotions-Schablone durch die zwei Spalten stecken. Damit ist die Schablone frei beweglich, bleibt aber zwischen den beiden Blättern.

Hängen Sie Ihren Emotions-Vulkan auf kindgerechter Höhe im Kinderzimmer, im Flur oder auch in der Küche auf. So kommt Ihr Kind gut dran und kann von selbst die Schablone je nach Emotion verschieben.

Selbstgezeichneter Vulkan mit verschiebbarer Wut-Smiley-Schablone

Probieren Sie es aus und beobachten Sie, ob die Strategien Ihrem Kind helfen.

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