Kreativität zu Corona: Ein Bild von einem Virus

Lesen Brainfitness
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„Mama, was ist eigentlich dieses Corona?“ Vielleicht hat auch Ihr Kind Sie das bereits gefragt. Bevor Sie jetzt anfangen, alles Wissenswerte über Viren aufzutischen: Lassen Sie erst einmal Ihr Kind kreativ werden.

Coronavirus. Die meisten Erwachsenen haben bei diesem Wort sofort das Bild vor Augen, das derzeit gefühlt jeden Abend in den Nachrichten zu sehen ist – diese weiße Kugel, rundum gespickt mit roten Knubbeln. Erwachsene wissen, was ein Virus ist, wie es sich in den Körper einschleust und dort ausbreitet. Wenn Sie eine Frage zu Corona haben, müssen Sie nur im Internet nachschlagen, und schon erklärt Ihnen ein namhafter Virologe alles, was Sie wissen wollen.

Doch wie ist das für Kinder? Sie hören die Erwachsenen von Viren reden, von Corona, von Gefahr. Sie sehen, dass dieses Corona ihr gesamtes Leben auf den Kopf stellt. Und sind traurig, weil sie nun weder Oma und Opa noch ihre Freunde treffen dürfen: „Blödes Corona!“

Bevor Sie nun Ihr Kind einweihen in die biologischen Tricks der Viren: Lassen Sie es erst einmal zu Wort kommen oder kreativ werden: Was stellt es sich unter Corona vor? Wie sieht ein Virus wohl aus? Und was macht es mit der Welt?

  • Es war einmal... ein Virus: Erfinden Sie mit Ihrem Kind gemeinsam eine Geschichte, wie das Virus auf die Welt kam und wie es besiegt werden könnte. Wenn Sie mitschreiben, kann auch ein Büchlein daraus werden.
  • Sich ein Bild machen: Papier, Stifte, Wasserfarben – und schon kann es starten, das Kunstprojekt „Corona“. Ist das Virus womöglich ein schwarzes Monster aus dem All? Oder eher eine Wasserwalze, die alles zerstört? Kommt es als ein Nebel über die Welt?
  • Hand anlegen: Knete oder auch Salzteig eignen sich gut, um das Thema Corona dreidimensional anzugehen. Und am Ende? Machen wir Corona platt!

Versuchen Sie dabei, die kindliche Fantasie nicht vorzeitig einzuengen durch Informationen darüber, was ein Virus ist. Lassen Sie sich stattdessen mitnehmen in die Vorstellungswelt Ihres Kindes. Wie sieht das Bild aus, das es sich zusammengepuzzelt hat aus all dem, was es so aufgeschnappt hat im Laufe der letzten Wochen und Monate?

Man sollte nicht unbedingt zu viel hineininterpretieren in das, was Kinder malen, basteln oder erzählen. Haben Sie dennoch vielleicht ein kleines Augenmerk darauf, wie die Machtkonstellation im Kunstwerk oder in der Geschichte Ihres Kindes aussieht: Ist das Virus schier unbesiegbar oder eher niedlich? Sind die Menschen hilflos und klein – oder haben sie alles im Griff? Wenn die Macht deutlich auf Seite des Virus liegt: Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, was aktuell alles getan wird weltweit, um die Corona-Pandemie zu beenden – und weniger darüber, was sich alles zum Negativen hin verändern könnte.

Denn das ist der tiefere Sinn dieser kleinen Kreativ-Übung: Gerade jüngere Kinder, die nicht die Chance haben, der eigenen Angst mit Fakten zu begegnen, können sich so ein Bild machen von ihrem „Feind“ und die Oberhand bekommen. Denn mit Corona ist es ein bisschen wie mit dem berühmten Monster unterm Kinderbett: Je weniger man darüber spricht, desto größer wird es in der Fantasie. Gibt man ihm aber ein Gesicht oder eine Geschichte, ist die gefühlte Gefahr schon halb gebannt.

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