Atempause: Warum selbst die Lunge belüftet werden muss

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Eine Studie der TU München hat es gezeigt: Im Sitzen füllt sich die Lunge nur zu zwei Drittel. Und das macht nicht nur den Kopf vorzeitig müde, sondern schwächt auch die Leistungsfähigkeit und das Immunsystem. Höchste Zeit, mal wieder richtig durchzuatmen.

Der Mensch ist nicht für das Sitzen geschaffen; er wurde konstruiert als ein Wesen, das viele Stunden täglich auf der Suche nach Nahrung und damit in Bewegung ist. Der Mensch heute aber sitzt immer öfter und länger. Das unterfordert nicht nur seine Muskeln, sondern auch die Lunge. Im Sitzen am Schreibtisch oder in der Schule füllt sich dieses lebenswichtige Organ nur zu zwei Drittel, hat die Technische Universität München in einer Studie gezeigt. Das hat Folgen.

Aufgabe der Lunge ist, das Blut mit Sauerstoff anzureichern und diesen so ins Gehirn, zu den Organen und Muskeln zu transportieren. Jede einzelne Körperzelle braucht Sauerstoff, um daraus Energie zu gewinnen. Bei Unterversorgung mit Sauerstoff sinkt deshalb der Energielevel insgesamt: Das Denken fällt schwer, die Konzentrationsfähigkeit nimmt ab. Da der erwachsene Mensch im Sitzen gerade mal bis zu zwölf Atemzüge pro Minute machen, spielt es durchaus eine Rolle, wie flach oder tief diese ausfallen.

Richtig atmen - so geht´s

Die Experten der TU München empfehlen deshalb: Pro Stunde Sitzen mindestens einmal aufstehen und zehn Mal tief und lange durchatmen – idealerweise am geöffneten Fenster, auf dem Balkon oder auf der Terrasse. Denn so, wie auch das Arbeitszimmer regelmäßig gelüftet gehört, muss auch die Lunge „belüftet“ werden, rät die TU München.

Recken Sie bei jedem Einatmen die Arme nach oben, füllen Sie bewusst die Lunge von den unteren Flügelspitzen bis in den oberen Schulterbereich hinein mit frischer Luft. Die Bauchdecke wölbt sich dabei nach vorne, die Flanken weiten sich seitlich. Stellen Sie sich vor, wie der Luftstrom kühl und blau durch die Lungenästchen bis in die letzte Verzweigung gelangt. Zählen Sie langsam im Kopf bis 4.

Halten Sie nun die Luft für drei, vier Sekunden an. Danach atmen Sie ganz langsam wieder aus, während Sie im Kopf bis 7 zählen. Stellen Sie sich vor, wie ein warmer, sonnengelber Luftstrom Ihren Körper wieder verlässt. Die Arme sinken nach unten. Wiederholen Sie diesen Ablauf zehn Mal hintereinander.

Das schnellste Fitnessprogramm der Welt

Für Sie sind das ein paar Minuten, in denen Ihr Geist kurzfristig entspannen darf. Für den Körper aber ist es ein geballtes Fitnessprogramm: Der Sauerstoffgehalt im Blut wird optimiert, die Zellen können ihre Abfallprodukte besser abgeben und gewinnen neue Energie. Die Atemmuskulatur der unterforderten Lungenbereiche wird gestärkt, die Organe im Bauchraum werden vom sich auf und ab bewegenden Zwerchfell massiert. Blutdruck und Pulsschlag verringern sich, das Immunsystem gewinnt wieder an Schlagkraft. Und all das mit einer kleinen, aber intensiven Atempause.

Das gilt nicht nur für Erwachsene, sondern erst recht auch für Heranwachsende. Halten Sie deshalb auch Kinder dazu an, immer wieder mal durchzuatmen. Notfalls erinnert ein Wecker an die fällige Atempause. Gerade jüngeren Kindern macht es Spaß, das Atmen mit Bewegung zu verknüpfen, etwa indem sie beim Einatmen auf die Zehenspitzen gehen und die Arme in die Höhe oder zur Seite strecken und beim Ausatmen zusammensinken. Oder mit den Ellenbogen die Bewegung eines Blasebalgs nachahmen. Oder aber schnarchend ein- und prustend wieder ausatmen.

Sauerstoff ist unser allerwichtigstes Lebensmittel. Und zugleich eine „Medizin“, die nichts kostet und frei ist von Risiken und Nebenwirkungen. Fünf bis sechs Liter Sauerstoff können Erwachsene theoretisch mit nur einem einzigen Atemzug inhalieren. Gönnen Sie sich das – mehrmals täglich.

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